Ein ereignisreicher Frühlingsmonat liegt hinter uns: der Batteriespeicher Arnsberg nahm innerhalb eines Monats nach Netzanschluss erfolgreich am Regelleistungsmarkt teil, der März lieferte einige der markantesten Handelstage des bisherigen Jahres, und beim Montel Energy Day standen Fragen auf der Agenda, die weit über den Strommarkt hinausreichen.
I. Asset & Operations
Gemeinsam mit Kyon Energy haben wir den Batteriespeicher Arnsberg innerhalb eines Monats nach Netzanschluss erfolgreich für den Regelleistungsmarkt präqualifiziert. Die Anlage ist seit Anfang April vollumfänglich am Markt aktiv.
Was das bedeutet: Die Anlage hält rund um die Uhr Kapazität für FCR und aFRR bereit und erbringt Regelarbeit. Das ermöglicht eine vollumfängliche Vermarktung über alle relevanten Märkte hinweg, gesteuert durch unseren hauseigenen Vermarktungsalgorithmus, und erschließt damit das volle Potenzial der Cross-Market-Optimierung.
Batteriespeicher sind ein zentraler Baustein der Energiewende: Erneuerbare Energien erzeugen Strom dann, wenn Wind weht und die Sonne scheint, nicht unbedingt dann, wenn er gebraucht wird. Batteriespeicher schließen diese Lücke, indem sie überschüssige Energie aufnehmen, speichern und sekundengenau wieder abgeben. So wird aus volatiler Einspeisung eine steuerbare, netzstabile Ressource.
II. Markt & Webinar
In unserem monatlichen QUADRA-Webinar haben wir unter anderem die Marktentwicklung im März und Anfang April analysiert.
Rekordzubau beim BESS Im März wurden knapp 600 MWh neue Großbatteriespeicherkapazität zugebaut. Allein in 2026 wurden damit bereits rund 1 GWh neue Kapazität installiert, etwa 20% der bisherigen Gesamtmenge. Die kumulierte Kapazität in Deutschland hat erstmals die 5-GWh-Marke überschritten.
Abregelung In Deutschland sind heute rund 120 GW PV installiert. Allein im März wurden 360 GWh Solareinspeisung abgeregelt, am Ostermontag allein 52 GWh. Dem stehen 5 GWh installierte Batterieflexibilität gegenüber. Der Ausbau geht in die richtige Richtung, die Flexibilitätslücke bleibt aber erheblich.
Marktpreise Der März war durch mehrere markante Events geprägt. Ein Werktag Ende März mit kombinierter PV- und Windeinspeisung auf Rekordhöhe drückte die Preise stundenlang auf null, bis ein 10-GW-Windshift die Preise am selben Tag noch scharf nach oben trieb. Intraday-Spread an diesem Tag: ~200 €/MWh vs. ~125 €/MWh Day-Ahead.
Ostermontag: Intraday-Durchschnittspreise von bis zu -700 €/MWh, einzelne Viertelstundenprodukte vierstellig negativ, Ausgleichsenergiepreis über mehrere Viertelstunden bei -3.000 €/MWh. Der 4h-Top-Bottom-Spread: 485 €/MWh.
Regelleistungsmärkte FCR zeigt steigende Tendenz im Jahresvergleich, nach einer ruhigeren Phase wird der Markt wieder interessanter. aFRR positiv leicht rückläufig, saisonal typisch. aFRR negativ mit deutlich sichtbarem Ostermontageffekt, negativer Tagesschnitt beim Regelarbeitspreis mit erheblichen Intraday-Spikes. Die Korrelation zum Intraday-Markt ist stark und nimmt durch die wachsende Flexibilität von BESS weiter zu.
III. Thema des Monats: Batteriekapazität vs. Zyklusstrategie
Dass zwei 2h-Batteriespeicher nach wie vor einen Sweet-Spot einnehmen, zeigt die folgende Analyse der Erlösmöglichkeiten am Day-Ahead-Markt:
Ein 2h-Batteriespeicher mit einem Tageszyklus konnte durch alleinige Vermarktung an der Day-Ahead-Auktion rund 9.500 €/MW erwirtschaften. Das sind noch 89% mehr als ein 1h-Speicher mit ~5.000 €/MW. Der Schritt von 2h auf 4h (~16.500 €/MW) brachte nur noch +73%, obwohl sich die Kapazität verdoppelt. Der Grund: Der dritte und vierte beste Stunden-Spread im März lag bereits deutlich unter dem ersten und zweiten. Die Preisspitzen konzentrierten sich auf wenige Stunden. Noch effizienter: Ein 2h-Speicher mit zwei Tageszyklen hatte ein Potenzial von ~12.500 €/MW, rund 30% mehr als ein einfacher 2h-Speicher bei gleicher installierter Kapazität. Statt einmal täglich den besten Spread abzufahren, nutzt er zwei Preisfenster pro Tag und holt damit einen großen Teil des Mehrerlöses eines 4h-Speichers heraus.
IV. Aus der Branche
Beim Montel Energy Day haben wir eine Diskussion mitgenommen, die über den Stromhandel hinausgeht. Frankfurt ist der führende Cloud-Hub Europas und gleichzeitig von Umspannwerken umgeben, die frühestens 2035 ausgebaut werden. Die Nachfrage nach Rechenkapazität soll sich bis dahin auf über 4 GW verdoppeln. Die Hyperscaler wissen das bereits – weshalb der ernstzunehmende KI-Infrastrukturaufbau zunehmend in den Nordics landet.
Deutschland hat die Nachfrage, die Konnektivität und das Know-how. Was fehlt, ist ausreichende Netzkapazität an den richtigen Stellen: Die Umspannwerke rund um Frankfurt sind ausgelastet – neue Rechenzentren bekommen heute schlicht keinen Netzanschluss mit ausreichender Kapazität. Für Batteriespeicher und flexible Assets bedeutet das: Die Rolle von Flexibilität im deutschen Stromsystem wird weiter wachsen – nicht nur im Energiemarkt, sondern auch als Enabler für Infrastruktur, die Deutschland dringend braucht.
Ausblick
Mit dem 1. Mai, Himmelfahrt und weiteren Brückentagen stehen in den kommenden Wochen einige der handelsintensivsten Tage des Jahres bevor. Trifft starke PV- und Windeinspeisung auf den geringen Verbrauch an Feiertagen, werden wir ähnliche Preisdynamiken wie am Ostermontag sehen. Mit unserer langjährigen Erfahrung in der Bewirtschaftung von Erneuerbaren Energien stellen wir bei QUADRA energy durch intelligente Optimierung und marktnahe Steuerung sicher, dass unsere Kunden genau an diesen Tagen optimale Erlöse erzielen.