In unserem monatlichen Rückblick liefern wir Einblicke in die Marktentwicklungen des Vormonats, aktuelle Branchenthemen und Neuigkeiten aus dem Unternehmen.
I. Markt
Mit 747,1 €/MWh erreichte der Spotpreis im Juni seinen Jahreshöchstwert 2026 und übertraf damit den bisherigen Spitzenwert aus dem Vorjahr von 583,40 €/MWh um rund 28 %. Im QUADRA-Webinar haben wir diesen Ausschlag genauer eingeordnet.
Der Auslöser war eine Hitzeflaute: Am 23. und 24. Juni lag die Onshore-Windeinspeisung nahezu bei null, während die PV-Einspeisung mittags noch bei bis zu 52 GW für niedrige Preise sorgte. Mit Sonnenuntergang brach diese Einspeisung weg, ohne dass Wind sie ersetzen konnte. Das Ergebnis war eine Duck Curve mit einer deutlich steileren Abendrampe als unter normalen Sommerbedingungen.
Am 24. Juni erreichte das Day-Ahead-Clearing in der Viertelstunde von 20:45 bis 21:00 Uhr 747 €/MWh. Kurzfristig anfahrende Gaskraftwerke setzten in diesem Zeitfenster als marginale Erzeuger den Preis. Die Gebotskurve zeigt die Anspannung auf der Angebotsseite: Eine Abweichung von nur einem Gigawatt hätte einen Preisspread von über 500 €/MWh zur Folge gehabt.
Solche Steilkanten entstehen kurzfristig und erfordern eine laufende Neubewertung von Wetterprognose, Kraftwerksverfügbarkeit und Gebotslage, oft im Stundentakt.
II. Thema des Monats: Wer BESS handelt, handelt das Wetter
Auf dem Solar Energy Storage Future Germany 2026 brachte unser Kollege Stefan Ramaseder eine These auf den Punkt, die den Kern der heutigen BESS-Vermarktung trifft
„Wer BESS im deutschen Markt handelt, handelt eigentlich das Wetter.“
In den meisten Monaten decken erneuerbare Energien bereits mehr als 50 % der deutschen Stromerzeugung ab. Die Volatilität wird damit nicht mehr primär durch Rohstoffpreise oder die Nachfrageseite getrieben, sondern durch das Wetter. Das verändert grundlegend, wie man optimiert.
Drei Ebenen muss jeder Optimierer beherrschen: das technische Setup und seine Restriktionen, den Algorithmus und die Wetterprognose, um sich verändernde Marktsituationen frühzeitig zu erkennen. Bei QUADRA energy ermöglichen uns über 10 GW, mehr als 5.000 Assets, ein 24/7-Trading-Desk und ein hauseigenes Meteorologie-Team, Preisverschiebungen und Redispatch-Ereignisse früher und präziser einzuschätzen als die meisten Marktteilnehmer. Im Co-Location-Bereich gilt: 2 % der Tage können 15 % oder mehr der Jahreserlöse eines Speichers ausmachen. Genau für diese Momente da zu sein ist der Unterschied zwischen einem guten und einem exzellenten Optimierer.
III. Branche & Unternehmen
Vom 23. bis 25. Juni waren wir mit einem starken Team auf der The smarter E Europe 2026 in München vor Ort. In drei Messetagen haben wir zahlreiche Gespräche geführt und uns mit Kunden, Partnern und Branchenkollegen zu Themen wie Direktvermarktung, PPAs, Batteriespeicher-Optimierung, Regelleistung und Grünstromlösungen ausgetauscht.
Herzlichen Dank an alle Besucher, die den Weg zu uns gefunden haben.
IV. Ausblick
Die Sommermonate bleiben volatil. Hohe PV-Einspeisung, wechselhaftes Windaufkommen und wenig steuerbare Last sorgen weiterhin für ausgeprägte Preisdynamiken. Die Ereignisse rund um die Hitzeflaute Ende Juni haben gezeigt, dass solche Extremsituationen im Sommer jederzeit wiederkehren können und welche Auswirkungen kurzfristige Wetterentwicklungen auf die Preisbildung haben. Über die weiteren Entwicklungen an den Energiemärkten halten wir Sie wie gewohnt auf dem Laufenden.